Klaus Seibel

Klaus Seibel, geboren 1959, verheiratet, drei (große) Kinder.

Er hat Theologie studiert, als Pastor gearbeitet und war nach einer Weiterbildung in SAP und Betriebswirtschaft Manager Professional Services in einem Softwarehaus. Seit 2014 ist er hauptberuflich Schriftsteller.

Er hat den Krimipreis der Frankfurter Neuen Presse gewonnen; seine Bücher sind im Inforadio RBB und von Bestsellerautoren empfohlen worden. Sie standen wochenlang in den Top 100 bei Amazon und auf Rang #1 bei den Genres.

Klaus, wie bist du zum Schreiben gekommen?

Indem ich ein Buch gelesen habe. Es hatte ein interessantes Thema – und es war langweilig. Da habe ich mir gedacht: Versuch es doch besser.

Das ist der Grund, weshalb du Krimis, Thriller und Science Fiction schreibst?

Eigentlich mag ich diese Einteilung nicht, aber zur Orientierung muss sie wohl sein. Am liebsten würde ich einfach sagen: Ich schreibe spannende Bücher mit einer besonderen Idee. Mein Ehrgeiz bei den Krimis war es, ohne Mord und Ermittlung eine Geschichte zu schreiben, die die Leser überrascht und fesselt. Und genauso wenig kommen in meinen Science Fiction Büchern Laserschwerter und Reisen durch Schwarze Löcher vor. Die Science Fiction passiert in unserer Welt. Es könnte tatsächlich so geschehen, hier und jetzt.

Theologiestudium und Software ist eine seltsame Mischung. Wie kommt sowas und wie wirkt sich das auf deine Bücher aus?

Mein Interesse an Naturwissenschaft und Technik fehlt noch Das Leben geht nun einmal nicht nur gerade Wege. Das ist nicht immer einfach, aber es bietet die Chance, vieles Verschiedene kennenzulernen. Das Theologiestudium schärft das Denken und lehrt den Umgang mit Worten. Später habe ich dann unterschiedlichste Menschen kennengelernt, vom Bettler bis zum Multimillionär war alles dabei. Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Autoren, die tatsächlich mit einem Mörder an einem Tisch gesessen haben.

Es schadet auch nicht, das normale Berufsleben zu kennen, denn das ist der Alltag, in dem sich die Leser bewegen. Und Software ist etwas, das mehr und mehr unser Leben bestimmt. Hierüber etwas zu wissen, ist ganz nützlich, wenn man Thriller und Science Fiction schreibt.

Was unterscheidet deine Bücher von anderen?

Natürlich die jeweilige Idee und auch der Stil. Die Geschichte soll zügig vorangehen, ich bin kein Fan von langen Beschreibungen. Die Folge ist, dass meine Bücher teilweise etwas kürzer sind, als die anderer Autoren. Dafür versuche ich dann, die Ideendichte hoch zu halten. Ich möchte mit meinen Geschichten einen Sog entwickeln. Wenn man einmal mit Lesen angefangen hat, soll man so gefesselt sein, dass man nicht mehr aufhören möchte. Ab und zu bekomme ich Zuschriften von Lesern, die schreiben, dass ich sie die ganze Nacht gekostet habe, aber diese Schuld nehme ich gerne auf mich

Was hat dir beim Schreiben geholfen?

Ich habe eine ganze Reihe Schreibratgeber gelesen, denn ich möchte mein Handwerk gut machen. Hilfreich war auch der Kontakt zu anderen Autoren und das Lesen vieler Bücher. Eine besondere Hilfe war meine Arbeit als Pastor. Ich hatte Menschen vor mir sitzen, die kaum eine Schulbildung hatten, und andererseits hochintelligente Professoren – und ich hatte den Ehrgeiz, alle zu erreichen. Deshalb habe ich mich von Anfang an um eine Sprache bemüht, die alle verstehen können. Es ist nicht immer einfach, komplexe Sachverhalte leichtverständlich darzustellen, aber die Leser sind mir diese Arbeit wert. Ein schönes Kompliment kam einmal von einer Buchhändlerin: „Ich habe ja gar keine Ahnung von Technik, aber ich habe alles verstanden und konnte nicht mehr aufhören zu lesen.“ So soll es sein.

Was begeistert und motiviert dich am meisten?

Ganz eindeutig: Meine Leser! Wenn ich eine Rückmeldung aus Südamerika bekomme oder ein Leserfoto aus Südafrika oder ein Download in Taiwan passiert, dann kann ich nur noch staunen. Ich habe im letzten Jahr etwa 1000 Mails bekommen von Lesern, die mich ermutigen und mehr wollen. Was kann man da noch anderes tun, als weiterzuschreiben?

Gibt es auch negative Kritik und wie gehst du damit um?

Natürlich gibt es auch diese Kritik. Wie ich damit umgehe, ist ganz verschieden und hängt von der Art der Kritik ab. Es gibt Leute, die wollen nur etwas Negatives loswerden und schreiben eine entsprechende Rezension, manchmal sogar, ohne das Buch gelesen zu haben. Das kann man nur so stehen lassen. Wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt, muss man lernen, sowas auszuhalten. Dann gibt es Kritik, weil jemandem mein Stil, meine Sprache oder die Länge der Bücher missfallen. Wenn aber andere Leser genau das loben, kann ich nur sagen, dass es wohl am Geschmack liegen muss. Dann tut es mir leid, dass ich ein paar Leser unzufrieden zurückgelassen habe, aber Geschmäcker sind nun mal verschieden und niemand kann den Geschmack von jedem treffen. Es gibt aber auch Kritik, die berechtigt ist. Ich bin nicht perfekt und mache Fehler, so gerne ich das vermeiden möchte. Solche Kritik ist mir wichtig, denn sie hilft mir, es beim nächsten Mal (hoffentlich) besser zu machen.

Worauf können sich deine Leser freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Auf jeden Fall werde ich die Saga über die erste Menschheit fortsetzen. Darin geht es um eine Zivilisation, die bereits vor uns auf unserem Planeten gelebt hat, und deren Erbe wir antreten sollen. Hier kann ich die Geschichte unserer Welt wunderbar mit unserer konkreten Zukunft verknüpfen. Dabei habe ich den Ehrgeiz, die Leser über manches, was uns alltäglich erscheint, zum Nachdenken und zum Staunen zu bringen – gewürzt mit der nötigen Spannung natürlich. Aber auch die Thriller-Freunde werden nicht zu kurz kommen. Im Herbst wird es zum ersten Mal in meinen Büchern etwas härter zur Sache gehen, mit einem Thema, das viele nicht kalt lässt.

Das macht ja schon richtig neugierig. Vielen Dank für deine Antworten.

Wer mehr über Klaus Seibel und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage besuchen: www.kseibel.de